Schlag den Raab: Eitelkeit statt Werbegelder
Dass Mountainbike fahren gefährlich sein kann, weiß jeder, der mit einem solchen Drahtesel schon mal im Wald, auf Wiesen und über Stock und Stein sein Unwesen trieb. Blaue Flecken, Abschürfungen und Gelenkverletzungen sind die häufigsten Verletzungsfolgen beim Mountainbiken. Stefan Raab fügte dieser Liste am Samstagabend die Gehirnerschütterung hinzu.
Der Pro7-Tausendsassa stürzte in seiner Show “Schlag den Raab” von seinem Bergrad, landete mit dem Gesicht auf der Schotterpiste und erhielt im Anschluss noch das Vorderrad selbst auf den Kopf. Auch ein Helm konnte Raab nicht schützen. Schnell wird klar, warum man bei solchen Events in Zukunft eher „Vollkopf-Helme“ verteilen sollte.
Dass nun spekuliert wird, der ausgebildete Metzger Raab den Wettkampf gegen seinen Herausforderer Hans-Martin nur weiterführte, weil “Schlag den Raab” in dieser Sendung zum ersten Mal durch offensives Product Placement unterstützt werden durfte, halte ich jedoch für verschwörungstheoretisch! Anhänger dieser Theorien behaupten, Raab berappelte sich ausschließlich deswegen, um Werbekunden nicht zu enttäuschen.
Sie klagen an: Wie hätte es ausgesehen, wenn die Sendung aufgrund einer schnell diagnostizierter Gehirnerschütterung, offensichtlicher Schnittwunden, blauem Auge und Abschürfungen im Gesicht des Entertainers, abgebrochen hätte werden müssen? Welche Folgen hätte das für den Hersteller des Mountainbikes, mit dem Raab auf dem Hinderniskurs unterwegs war? Zu deutlich prangte doch das Logo auf dem Rahmen des Rades. Ok, auch schlechte Publicity bleibt Publicity, könnte man behaupten. In diesem Fall wäre der Verkauf der Räder des Raab-Herstellers jedoch vermutlich in den Keller gegangen.
Aber! Stefan Raab vorzuwerfen, er setzte den Wettkampf nur fort, um eben diesen Werbekunden nicht zu enttäuschen bzw. die in den Folgespielen noch präsentierten Firmen ihren Auftritt zu lassen, der leidet meiner Meinung nach an Verfolgungswahn! Wer Stefan Raabs in “Schlag den Raab”, der Wok-WM, seinem Stockcar-Rennen und dem beliebten Turmspringen kennt, der wird wissen, wie unglaublich ehrgeizig dieser Raab ist. Egal, worum es geht, egal zu welchem Anlass, egal gegen wen, Raab kämpft immer bis zum Umfallen! Das wissen die Zuschauer und das wollen sie sehen!
Die Fortsetzung der Show trotz schwerem Sturz hat meiner Meinung nach daher nichts mit dem seit dem 1. April ganz offiziell erlaubten Product Placement zu tun, sondern eher mit Raabs gekränkter Eitelkeit! Ein solcher Sturz vor laufenden Live-Kameras ist Raab peinlich genug. Um seinem Missgeschick nicht die Krone der Aufgabe hinzuzufügen, setzte er die Sendung fort. Nach dem Motto: Alles halb so wild! Ich bin kein Warmduscher!
Alles andere würde nicht zu Raab passen! Auf die Gelder eines Mountainbike-Herstellers kann er getrost verzichten…Regresszahlungen hätte er aus der Portokasse bezahlt! Meinen Glückwunsch, Stefan, zu einer weiteren Super-Show und der Eigenschaft, auch als Moderator einer TV-Show, nie aufzugeben…auch wenn es in diesem Fall im Sinne der eigenen Gesundheit wohl besser gewesen wäre. Aber das ist ein anderes Thema!
Euer Nico!
