Onkel Karls Märchen 2.0
Tritratrullala, Karl Theodor ist wieder da! Nach einigen Monaten steht KT, wie ihn die sinkende Zahl derer, die sich zu seinen Anhängern zählen (im März noch 62 % der Deutschen, nun 49 % laut Forsa-Umfrage), zu nennen pflegt, schon wieder auf der Bühne und spielt (nicht besonders überzeugend) Theater. Warum er sich zu Wort meldet? Angeblich, um Europa fachkompetent aus der Eurokrise zu retten, indem er freundlicherweise all den unfähigen Politikern erklärt, was sie derzeit alles falsch machen. Vielleicht aber auch nur, um Promo für sein neues Buch zu machen. Promo, das geht noch, die Promotion dagegen ist hin.
Im Wirbel um seine harsche Kritik an anderen ging eine weitere Meldung fast unter: 20.000 Euro für den guten Zweck und kein Prozess mehr gegen den Ex-Minister. Der feine Herr zu Guttenberg kauft sich frei. Der materielle Schaden, den er mit seiner zu 64 % (Stand April/2011 laut guttenplag.org) plagiierten Doktorarbeit angerichtet hat, dürfte damit beglichen sein, doch von Einsicht keine Spur. Aus dem „Exil“ in den USA lässt er verlauten, dass er die 1200 Textstellen bloß versehentlich nicht belegt habe. Selbst einem Studenten im ersten Semester, der das wissenschaftliche Arbeiten gerade erst erlernt, unterlaufen derart grobe Schnitzer bei seiner allerersten Hausarbeit nicht in dieser Dichte.
Nun führt er als Begründung für seine „Fehler“, welche ihm selbstverständlich bloß aus Versehen unterlaufen sind, an, er sei völlig überfordert gewesen mit dem Verfassen seiner Dissertation. Aber ein Land mit 82 Millionen Einwohnern regieren, das traut er sich zu. Vielleicht sogar als Bundeskanzler. Kleine Brötchen backen, das ist nichts für einen Karl Theodor zu Guttenberg. Zack! Schon neun Monate nach der Plagiatsaffäre kommt KT wieder über den großen Teich geschippert, um für die EU zu arbeiten. Aber das ist eine andere Geschichte, liebe Kinder.

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