Meinungsfreiheit ja – aber wo liegen die Grenzen?
Es gibt Menschen, die brauchen die Öffentlichkeit wie eine Droge. Wenn Sie einmal nicht im Rampenlicht stehen, dann machen Sie durch meist peinliche Aktionen wieder auf sich aufmerksam. Was jedoch eine gewisse Frau Eva Hermann jetzt abgezogen hat, das geht über alle Grenzen des guten Geschmacks hinaus und man kann nur hoffen, dass diese Person aus dem Verkehr und für ihre Äußerungen zur Rechenschaft gezogen wird.
Es ist traurig und skandalös, was bei der diesjährigen Loveparade in Duisburg geschehen ist. Wer für dieses Unglück verantwortlich ist, der sollte auch in jedem Fall mit harten Konsequenzen konfrontiert werden. Ich mache auch keinen Hehl daraus, dass ich kein Befürworter der Loveparade bin, aber das hat nur damit zu tun, dass ich einen anderen Musikgeschmack habe. Wir haben bei uns auch eine Meinungsfreiheit und es herrscht keine Zensur, aber es gibt Grenzen, die man einfach nicht überschreiten sollte. Wenn man wie Frau Hermann nun ein solch schreckliches Unglück zum Anlass nimmt, sich wieder einmal ungefragt zu Wort zu melden, dann sind diese Grenzen überschritten. Da spielt sich jemand als Moralapostel auf, spricht von Sodom und Gomorra und verliert dabei nicht einmal einen Gedanken an die Hinterbliebenen der Opfer.
Sicherlich gibt es bei Veranstaltungen wie der Loveparade auch solche Teilnehmer, die mit der Veranstaltung selbst nichts im Sinn haben. Doch das ist bei vielen anderen Veranstaltungen auch so. Frau Hermann würde aber sicher nichts gegen ein Fußballspiel oder ein Rockkonzert unternehmen. Und wenn es sie stört, dass es junge Frauen gibt, die ihre nackten Brüste zeigen, na, dann soll sie halt woanders hinschauen. Wir leben doch in einem freien Land. Wäre das Unglück nicht geschehen, dann wäre die Veranstaltung sicher auch ohne nennenswerte Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Dann wäre die Loveparade zu einem friedlichen und fröhlichem Fest geworden, so wie es ja auch geplant war.
